Schnelle Hilfe im Notfall: Das Thüringer Herzinfarktnetzwerk
- Pressemitteilung
21 Thüringer Kliniken arbeiten künftig eng zusammen, um Patientinnen und Patienten mit akutem Herzinfarkt schneller und gezielter zu versorgen – die Thüringen-Kliniken gehören dazu. Mit dem Aufbau des Thüringer Herzinfarktnetzwerks wird die Notfallversorgung im Freistaat weiter verbessert und landesweit einheitlich organisiert. Das teilte das Thüringer Ministerium für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie mit.
Bei einem Herzinfarkt zählt jede Minute. Ziel des neuen Netzwerks ist es daher, Betroffene möglichst schnell in eine spezialisierte Klinik zu bringen, die über die notwendigen personellen, organisatorischen und technischen Voraussetzungen für eine sofortige Behandlung verfügt. Rettungsdienste werden angehalten, bei entsprechendem Verdacht vorrangig eines der teilnehmenden Krankenhäuser anzufahren, sofern dieses in vertretbarer Entfernung liegt. Die medizinische Entscheidung über das Zielkrankenhaus bleibt weiterhin bei der Notärztin oder dem Notarzt beziehungsweise den verantwortlichen Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitätern.
Alle beteiligten Krankenhäuser verfügen über ein Herzkatheterlabor mit Linksherzkatheter-Messplatz und erfüllen zusätzliche Qualitätsanforderungen. Dazu gehören unter anderem:
- eine eigenständige kardiologische Fachabteilung unter Leitung einer Fachärztin oder eines Facharztes für Kardiologie,
- ein Bereitschaftsdienst, der die Verfügbarkeit eines spezialisierten Arztes innerhalb von 30 Minuten sicherstellt,
- frühzeitige Einbindung der Kardiologie bereits bei Anmeldung durch den Rettungsdienst,
- mindestens vier interventionelle Kardiologinnen oder Kardiologen zur 24/7-Versorgung,
- technische Möglichkeiten zur digitalen EKG-Übertragung aus dem Rettungswagen in Klinik und Kardiologie,
- direkte Kommunikationsmöglichkeiten zwischen Rettungsdienst und Krankenhaus.
Diese Standards gewährleisten eine schnelle, koordinierte und qualitätsgesicherte Behandlung akuter Herzinfarkte.
Zusätzlich ist vorgesehen, das Netzwerk zeitnah in das elektronische Einsatzdatenerfassungssystem „MEDiRett“ Thüringen einzubinden. Das System ermöglicht es Rettungskräften, Patientendaten bereits während des Einsatzes digital zu übermitteln und geeignete Kliniken frühzeitig zu informieren. Krankenhäuser können sich dadurch gezielt auf die Ankunft vorbereiten und Behandlungsabläufe weiter beschleunigen. Das Herzinfarktnetzwerk arbeitet jedoch bereits unabhängig von dieser technischen Erweiterung.
Dr. med. Henning Kühn, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin III der Thüringen-Kliniken betont: „Als Mitglied im Thüringer Herzinfarktnetzwerk tragen wir in Saalfeld aktiv dazu bei, dass Menschen mit akutem Herzinfarkt noch schneller und koordinierter versorgt werden können. Jede Minute zählt, durch die enge Verzahnung mit Kolleginnen und Kollegen im Netzwerk steigern wir die Überlebenschancen unserer Patientinnen und Patienten spürbar.“ Die Klinik für Innere Medizin III behandelt schwerpunktmäßig Herz- und Kreislauferkrankungen und bietet alle gängigen modernen Verfahren der nichtinvasiven sowie der interventionellen Kardiologie an.