Was eine gute Kinderklinik ausmacht
- Pressemitteilung
Es ist drei Uhr nachts, als das Fieber steigt. Ein Kind, das kaum noch ansprechbar ist, Eltern, die nicht mehr weiterwissen und eine Frage, die in diesem Moment über alles entscheidet: Ist jemand da? In Saalfeld lautet die Antwort: ja. Rund um die Uhr, an jedem Tag des Jahres. Fast 2.000 Kinder und Jugendliche wurden im vergangenen Jahr stationär in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Thüringen-Kliniken behandelt, dazu kamen rund 1.600 ambulante Notfälle.
Zum neunten Mal in Folge trägt die Klinik nun das für jeweils zwei Jahre verliehene Gütesiegel „Ausgezeichnet. Für Kinder“. Siebzehn Jahre, das ist länger, als die meisten der kleinen Patientinnen und Patienten überhaupt auf der Welt sind. Doch was genau wird da eigentlich ausgezeichnet? Die Antwort steckt in einer 46 Seiten starken Checkliste, die eine multiprofessionelle Bewertungskommission Jahr für Jahr prüft. Sie liest sich trocken. Dahinter aber verbirgt sich das, was eine gute Kinderklinik heute ausmacht.
Da sein – Tag und Nacht. Kompetente ärztliche Präsenz rund um die Uhr, ein kinderkrankenpflegerischer Dienst, der 24 Stunden am Tag besetzt ist, jederzeit verfügbare Diagnostik von CT bis Labor. Wichtig ist auch ein Fakt, der in Zeiten des Fachkräftemangels alles andere als selbstverständlich ist: Alle Stellen in der Kinderkrankenpflege sind besetzt.
Nah sein – auch für die Eltern. Ein krankes Kind braucht seine Mutter, seinen Vater. „Deshalb haben wir im vergangenen Jahr 816 Begleitpersonen mit aufgenommen. Zusammen sind das mehr als 2.600 Nächte, in denen Eltern direkt neben ihrem Kind schlafen konnten“, erklärt Chefarzt Dr. med. Robert Kästner. Bis zum achten Geburtstag ist die Mitaufnahme grundsätzlich kostenfrei.
Mehr sein als Medizin. Zur Genesung gehört mehr als Infusion und Visite. Psychologinnen und Psychologen, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, Erzieherinnen und Erzieher, Babylotsin und tiergestützte Therapie sind fest im Behandlungsteam verankert. Eine zertifizierte Kinderschutzgruppe und das Netzwerk „Frühe Hilfen“ sorgen dafür, dass auch die Kinder gesehen werden, deren Not nicht im Röntgenbild sichtbar ist.
Zukunft sichern. Gemeinsam mit der Staatlichen Berufsbildenden Schule für Gesundheit und Soziales Jena bilden die Thüringen-Kliniken Pflegefachkräfte mit pädiatrischem Vertiefungseinsatz aus, dazu kommt die Fachweiterbildung Pädiatrische und neonatologische Intensivpflege in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Jena. Auch der ärztliche Nachwuchs findet seinen Weg: Die Klinik verfügt über eine sehr umfangreiche Weiterbildungsbefugnis. Damit ist nahezu die gesamte Facharztweiterbildung in Saalfeld möglich, ein Umstand, der in heutiger Zeit und bei aktueller demografischer Entwicklung keine Selbstverständigkeit darstellt. „Durch die Geschäftsführung erleben wir eine beispiellose Unterstützung für die Anliegen unserer Kleinsten“, betont Chefarzt Dr. Kästner.
Vernetzt sein. Keine Kinderklinik kann alles allein. Feste Kooperationen – mit der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, der Kinderchirurgie und Neuropädiatrie des Universitätsklinikum Jena, dem Sozialpädiatrischem Zentrum in Erfurt, einer Kinderkardiologin in Unterwellenborn, Neuropädiaterinnen in Ilmenau und Rosenheim – stellen sicher, dass jedes Kind die Expertise bekommt, die es braucht.
„Das Siegel bestätigt, was unser Team jeden Tag leistet. Aber ausgezeichnet fühlen wir uns vor allem dann, wenn ein Kind gesund nach Hause geht“, sagte Chefarzt Dr. med. Robert Kästner.
Das Gütesiegel „Ausgezeichnet. FÜR KINDER“ wurde 2009 von der Gesellschaft der Kinderkrankenhäuser und Kinderabteilungen in Deutschland e.V. (GKinD) gemeinsam mit weiteren Fachverbänden entwickelt. Es bescheinigt Kliniken die Erfüllung definierter Qualitätskriterien in personeller, medizinisch-fachlicher und infrastruktureller Hinsicht. Für das Team um Chefarzt Dr. med. Robert Kästner ist es kein Selbstzweck: „Es ist die jährliche Erinnerung daran, warum es sich lohnt, um drei Uhr nachts da zu sein.“
