Thüringer Kliniken bieten Hilfe und differenzierte Behandlungsangebote

  • Pressemitteilung

Seit Jahren schon nehmen psychische Erkrankungen und die Nachfrage nach Behandlungen zu – auch in Thüringen. Wo aber bekomme ich welche Beratungs-, Hilfs- und Behandlungsangebote für mich oder meine Angehörigen? Eine schnelle und übersichtliche Antwort gibt jetzt der Krankenhausspiegel Thüringen mit seiner neuen Rubrik „Psychische Gesundheit“. Vorgestellt hat ihn in Erfurt auch Chefarzt Dr. med. Thomas Sobanski aus Saalfeld.

Im Krankenhausspiegel finden Interessierte detaillierte Informationen über die Leistungsangebote der Krankenhäuser im Freistaat in den Bereichen Psychiatrie, Psychosomatik sowie Kinder- und Jugendpsychiatrie. Von der sozialpsychiatrischen Beratung bis hin zur stationären klinischen Behandlung werden sämtliche Angebote aufgeführt und ausführlich beschrieben. Diese neue Rubrik ergänzt den Krankenhausspiegel um einen zentralen Gesundheitsbereich; außerdem wurden wieder die Qualitätsergebnisse der Thüringer Kliniken in 17 häufigen Behandlungsgebieten von Geburtshilfe bis Hüft- und Kniegelenkersatz mit neuesten Zahlen aktualisiert.

Kernstück der neuen Rubrik „Psychische Gesundheit“ im Krankenhausspiegel Thüringen sind mehrere interaktive Landkarten des Freistaats, auf der alle Standorte mit Beratungs-, Hilfs- und Behandlungsangeboten der Kliniken, die am Krankenhausspiegel teilnehmen, eingezeichnet sind. Die Thüringen-Karte auf der Startseite der neuen Rubrik bietet bereits einen sehr detaillierten Überblick über das vielfältige Angebot der Thüringer Krankenhäuser. 

Thüringen verfügt über flächendeckende und sehr differenzierte Versorgungsangebote – beginnend bei den Sozialpsychiatrischen Diensten in den Städten und Gemeinden als erste Anlaufstellen über die Psychiatrischen Institutsambulanzen der Kliniken, die Tageskliniken und häuslichen Versorgungsangebote bis hin zur vollstationären Behandlung, also dem längeren Klinikaufenthalt. Die Thüringer Krankenhäuser bieten eine hochkompetente dezentrale, mehrstufige und patientennahe Versorgung sowohl in der Erwachsenenpsychiatrie als auch in der Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie in der Psychosomatik.

Wer gezielt Hilfe bei bestimmten psychischen Störungen und Erkrankungen sucht, findet noch differenziertere Informationen auf den Unterseiten der neuen Rubrik. Für die drei Teilgebiete Psychiatrie, Psychosomatik sowie Kinder- und Jugendpsychiatrie gibt es jeweils eine eigene Unterseite mit einer weiteren interaktiven Thüringen-Karte, auf der Versorgungsstandorte nach häufig auftretenden psychischen Störungen und Erkrankungen ausgewählt werden können – ebenfalls farblich gekennzeichnet nach ambulanten, teilstationären und vollstationären Behandlungsmöglichkeiten. So lassen sich zum Beispiel Klinikstandorte herausfiltern, die sich auf Behandlungen von Patienten mit Demenz, Suchterkrankungen, Schizophrenie, Depressionen, Neurosen, Persönlichkeitsstörungen, Essstörungen und anderen seelischen Erkrankungen spezialisiert haben. Je nach Auswahl steht unter der Karte eine kurze Beschreibung des ausgewählten Krankheitsbildes sowie eine tabellarische Übersicht, welche Kliniken in Thüringen wie viele vollstationäre Betten und teilstationäre Behandlungsplätze in ihren Tageskliniken bereithalten.

Eine weitere Neuerung und wertvolle Hilfe für Menschen, die sich in einer akuten psychischen Krise befinden oder Suizid-Gedanken haben, ist die zentrale Seite „Hilfe und Beratung bei Krisen“. Hier sind landesweit alle Anlaufadressen und telefonischen Krisenberatungen von den Sozialpsychiatrischen Diensten bis hin zu den Notaufnahmen der Kliniken zusammengefasst. Diese Seite ist auch direkt von der Startseite des Krankenhausspiegels Thüringen erreichbar, damit Hilfesuchende nicht lange nach Ansprechpartnern und Telefonnummern suchen müssen.

Auch in Thüringen steigt die Nachfrage nach psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung seit Jahren an. Das erklärte Dr. med. Thomas Sobanski, Chefarzt des Zentrums für Seelische Gesundheit. Seit den 90er Jahren habe die Versorgung psychisch erkrankter Menschen in Thüringen einen gewaltigen Sprung gemacht. Gab es zuvor nur einige wenige psychiatrische Großkliniken mit Schlafsälen und oft langjährigen Aufenthaltsdauern der Patienten, so werden heute flächendeckend dezentrale wohnortnahe Versorgungsstrukturen mit zusätzlich entstandenen psychiatrischen Abteilungen an Allgemeinkrankenhäusern angeboten. Die psychiatrischen Kliniken – Fachkrankenhäuser wie auch die Abteilungen – arbeiten heute eng mit vielen weiteren Einrichtungen zusammen und bilden mit ihnen zusammen die moderne Gemeindepsychiatrie. Hierzu gehören Sozialpsychiatrische Dienste in den Landkreisen, psychiatrische Wohnheime, Berufsbildungszentren und Beratungsstellen sowie die niedergelassenen Fachärzte für Psychiatrie und die Psychologischen Psychotherapeuten. All dies hat zu einer deutlichen Steigerung der Behandlungserfolge geführt, ebenso die immer größere Rolle der Psychotherapie bei der Behandlung psychisch erkrankter Menschen. Auch die Psychosomatik und die eigenständige Kinder- und Jugendpsychiatrie haben in den letzten Jahrzehnten erheblich an Bedeutung gewonnen.

"Die Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen sind in Thüringen in den letzten zehn Jahren um über 50 Prozent angestiegen und nehmen inzwischen nach Atemwegserkrankungen und Muskel-Skelett-Erkrankungen den dritten Rang ein", sagte Dr. med. Silvius Fehler, Ärztlicher Direktor der Helios Fachkliniken Hildburghausen. Am stärksten betroffen sind Beschäftigte im Gesundheitswesen, was vornehmlich auf die pandemiebedingten Arbeitsbelastungen zurückzuführen sein dürfte. Depressionen stehen bei den psychiatrischen Diagnosen an erster Stelle, gefolgt von Belastungs- und Anpassungsstörungen.

Künftige Herausforderungen stellte zur Pressekonferenz in Erfurt Dr. med. Katharina Schoett, Ärztliche Direktorin des Ökumenischen Hainich Klinikums Mühlhausen, dar: "Die Psychiatrie in Thüringen ist insgesamt gut aufgestellt, steht aber angesichts des steigenden Bedarfs an Behandlungen vor großen Herausforderungen. Neben tiefgreifenden regulatorischen Veränderungen, etwa durch das neue Diagnose-System ICD-11, das innerhalb weniger Jahre in die Praxis umgesetzt werden muss, oder bürokratische Struktur- und Personalvorgaben mit vielen deutlich verschärften Nachweispflichten und Sanktionen, ist es vor allem die Situation auf dem ärztlichen Arbeitsmarkt, die eine stabile regionale Versorgung erschwert." Bundesweit seien 72 Prozent der Fachärztinnen und -ärzte älter als 50 Jahre, viele von ihnen stehen kurz oder auch bereits nach dem Renteneintritt.

Die neue Rubrik „Psychische Gesundheit“ erweitert den Krankenhausspiegel Thüringen, der aufschlussreiche vergleichende Qualitätsergebnisse aus vielen wichtigen Behandlungsgebieten wie Geburtshilfe, Gynäkologische Operationen, Herzkatheter-Behandlungen, Hüft- und Kniegelenkersatz oder Lungenentzündung in leicht verständlichen Schaubildern und Texten veröffentlicht. Die Schaubilder werden jährlich aktualisiert und zeigen die neuesten verfügbaren Daten. Ergänzt werden sie durch Erläuterungen zu den Erkrankungen sowie den Diagnose- und Therapiemöglichkeiten des jeweiligen Behandlungsgebiets. Weitere Rubriken wie Schlaganfall- und Schwerverletzen-Versorgung, Versorgung von Krebspatienten, Palliativmedizin, Long Covid sowie ausführliche Porträts aller Krankenhäuser mit ihren aktuellen Kontaktdaten runden das Informationsangebot ab. Den Bürgerinnen und Bürgern bietet der Krankenhausspiegel damit umfassende Informations- und Vergleichsmöglichkeiten über die Krankenhäuser in Thüringen, ihre Leistungen und ihre Behandlungsqualität. Vor einem Krankenhausaufenthalt etwa lassen sich so viele Informationen gewinnen, die bei der Auswahl helfen können.

Pressekonferenz zum Krankenhausspiegel Thüringen 2023

Kontakt

Martin Tausendfreund

Hygienefachpfleger

Klinikhygiene

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