Thüringen-Kliniken machen zum Welt-Sepsis-Tag auf die unterschätzte Gefahr aufmerksam
- Pressemitteilung
Es beginnt oft harmlos. Eine Grippe, ein Harnwegsinfekt, eine kleine Wunde. Wenn der Körper eine Infektion nicht mehr stoppen kann, gerät das Immunsystem außer Kontrolle. Lebensnotwendige Organe wie Gehirn, Herz, Leber oder Niere leisten weniger oder stellen ihre Funktion ganz und gar ein. Das ist eine Sepsis. In Deutschland leiden mehr als 200.000 Menschen an dieser Erkrankung, die der Volksmund auch Blutvergiftung nennt. Immer noch verstirbt rund ein Drittel der Erkrankten. Deshalb nehmen die Thüringen-Kliniken zum Welt-Sepsis-Tag am 13. September 2026 diese oft unterschätzte Erkrankung in den Fokus und zeigen, welche Strategien und Maßnahmen hier geeignet sind.
Eine Sepsis kann jeden treffen: die Großmutter, den Vater, das eigene Kind. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, kleine Kinder sowie Menschen mit Vorerkrankungen oder geschwächtem Immunsystem. Je später eine Sepsis erkannt wird, desto schwerer wiegen die Folgen. Sie können von Amputationen über bleibende körperliche und geistige Schwäche bis hin zur Pflegebedürftigkeit reichen. Unbehandelt verläuft sie meist tödlich.
Um die hohen Erkrankungs- und Sterbezahlen zu senken, hat der Gemeinsame Bundesausschuss das Qualitätssicherungsverfahren „Diagnostik, Therapie und Nachsorge der Sepsis“ auf den Weg gebracht. Es ist verbindlich in den deutschen Kliniken etabliert. Zu den geforderten Instrumenten gehören regelmäßige Mitarbeiterschulungen sowie verbindliche Leitlinien zur Früherkennung und Therapie septischer Ereignisse.
In den Thüringen-Kliniken trifft sich eigene Sepsis-Expertengruppe regelmäßig, um Sepsisrisiken frühzeitig zu erkennen, einzustufen und ihnen gezielt vorzubeugen. So wird das Wissen um die Warnzeichen fest im klinischen Alltag verankert – auf allen Stationen, in allen Berufsgruppen.
Jeder kann Leben retten. Die Warnzeichen müssen erkannt werden: Verschlechtert sich eine Infektion rasch und treten zusätzlich extreme Schmerzen, Schüttelfrost, Verwirrtheit, schneller Herzschlag, Atemnot, niedriger Blutdruck oder feucht-kalte, fleckige Haut auf, ist eine lebensbedrohliche Sepsis sehr wahrscheinlich. Dann gilt: sofort ärztliche Hilfe rufen, die „112“ wählen und aktiv nachfragen: „Könnte es eine Sepsis sein?“
Vorbeugen lässt sich ebenfalls durch einen aktuellen Impfpass, konsequente Händehygiene, sorgfältige Wundversorgung und die zielgerichtete Behandlung jeglicher Infektionen. Weitere Informationen bietet die bundesweite Kampagne #DeutschlandErkenntSepsis des Aktionsbündnisses Patientensicherheit .