Abschied nach 34 Jahren: Chirurgin Dipl.-Med. Erika Ilgenstein geht in den Ruhestand
- Pressemitteilung
Wo früher eine Druckerei arbeitete, wurde später operiert. Das Haus in Pößneck, das Dipl.-Med. Erika Ilgenstein nach der Wende kaufte, erzählt ihre Geschichte gleich mit: im Keller die selbst ausgebauten OP-Räume, darüber die Praxis, oben Wohnungen. Am 1. Oktober 1992 empfing sie hier ihre ersten Patientinnen und Patienten. Nun, nach mehr als drei Jahrzehnten, verabschiedet sich die Chirurgin in den Ruhestand.
Dabei hätte alles ganz anders kommen können. Geboren und aufgewachsen in Pößneck, studierte Erika Ilgenstein in Jena Medizin, mit dem Wunsch, Gynäkologin zu werden. Zugewiesen wurde ihr stattdessen eine Stelle in der Orthopädie in Eisenberg. Kurz vor dem Antritt ergab sich ein Stellentausch nach Pößneck, in die Chirurgie. Was als Umweg begann, wurde zur Leidenschaft. Die gesamte Facharztausbildung absolvierte sie in Pößneck, ergänzt um ein Jahr am Universitätsklinikum Jena. 1989 erhielt sie ihre Anerkennung als Fachärztin für Allgemeinchirurgie und blieb zunächst am Pößnecker Krankenhaus.
Dann kam die Wende und mit ihr eine Entscheidung, die ihr Berufsleben prägen sollte: die Niederlassung. In verschiedenen Praxen in den alten Bundesländern bildete sich Dipl.-Med. Erika Ilgenstein weiter, kaufte das Haus der ehemaligen Druckerei in der Dr.-Wilhelm-Külz-Straße, richtete die Praxis ein und baute die OP-Räume aus. Bereut hat sie diesen Schritt nie. Besonders schätzte sie die Freiheit und Eigenverantwortung, die mit der Selbstständigkeit verbunden waren: „Ich konnte immer selbst entscheiden.“ In ihrer Praxis konnte sie ihre Vorstellungen unmittelbar umsetzen, Entscheidungen schnell treffen und auf die Bedürfnisse ihrer Patientinnen und Patienten direkt reagieren. Diese Unabhängigkeit und Beweglichkeit waren für sie ein wesentlicher Teil ihrer beruflichen Motivation.
Fachlich hatte sich die Chirurgin vor allem in der Venenheilkunde einen Namen gemacht. Krampfadern behandelte sie zunächst nach der „CHIVA-Methode“, seit 2004 mit dem Laser, in enger Zusammenarbeit mit dem Neustädter Angiologen Dr. Baghdadi. Eine weitere Spezialisierung entwickelte sie in der Behandlung von Hämorrhoiden. Auch auf diesem Gebiet arbeitete sie eng mit dem Chefarzt Dr. Wolkersdörfer vom Standort Pößneck der Thüringen-Kliniken zusammen und entwickelte die Behandlung gemeinsam weiter.
Ihre Praxis wurde von Anfang an sehr gut angenommen. Die Patientinnen und Patienten schätzten die wohnortnahe und verlässliche Versorgung ebenso wie die persönliche Betreuung. Über die Jahre entstand so ein großes Vertrauensverhältnis, das die Arbeit von Erika Ilgenstein nachhaltig prägte.
Die Ostthüringer Chirurgenschaft beschreibt Dipl.-Med. Ilgenstein als kleine Gemeinschaft. Man half sich, man kannte sich, Konkurrenzdenken gab es kaum. Mit den Kollegen Dipl.-Med. Mitschke in Rudolstadt-Schwarza und Dr. med. Merboth in Bad Blankenburg verband sie über viele Jahre ein Praxisverbund.
Im Jahr 2023 übergab sie ihre Praxis an das MVZ der Thüringen-Kliniken und nun, im Juli 2026, an Volkmar Groh, Facharzt für Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie. Er übernimmt die Praxis und führt die medizinische Versorgung in und um Pößneck fort.
Zum Abschied ist Dipl.-Med. Erika Ilgenstein vor allem eines wichtig, ein persönliches Wort an die Menschen, die ihr über viele Jahre ihr Vertrauen geschenkt haben: „Ich danke meinen Patientinnen und Patienten und meinem hervorragenden Team von Herzen für 34 Jahre Vertrauen und Treue.“
