115. Saalfelder Gespräch zur Behandlung depressiver und schizoaffektiver Erkrankungen
- Pressemitteilung
Die Saalfelder Gespräche sind eine etablierte Fortbildungsreihe der Thüringen-Kliniken, die dem fachlichen Austausch über aktuelle Entwicklungen in der Medizin dient und seit vielen Jahren eine Plattform für Wissenstransfer und Vernetzung bietet.
Die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin der Thüringen-Kliniken „Georgius Agricola“ richtete am 3. September 2025 das 115. Saalfelder Gespräch aus. Die Veranstaltung widmete sich diesmal den Themenkomplexen „Behandlung der Depression“ und „nicht-organische Insomnien“.
Chefarzt Dr. med. Thomas Sobanski führte in die Thematik ein und stellte die besondere Bedeutung dieser Krankheitsbilder für die klinische Praxis dar. Anschließend sprach Prof. Dr. med. Göran Hajak über die Behandlung der therapieresistenten Depression und richtete den Impetus vor allem auf neuere Medikamente (z.B. Esketamin) sowie auf die Stimulationsverfahren (z.B. repetitive transkranielle Magnetstimulation [rTMS], Elektrokrampftherapie [EKT], Vagusnervstimulation [VNS] sowie tiefe Hirnstimulation)
PD Dr. med. Sven Rupprecht, M. Sc. vom Universitätsklinikum Jena referierte im Anschluss zu neueren Ansätzen bei der Behandlung der nicht-organischen Insomnie. Hier stach besonders ein neu entwickeltes Medikament heraus, der Orexin-Antagonist Daridorexant (QUVIVIQ). Dieses Schlafmittel macht nicht abhängig und kann somit länger verordnet werden als gängige Benzodiazepin-Hypnotika.
Abschließend stellte Dr. Sobanski spezifische Psychotherapieverfahren zur Behandlung der Suizidalität vor, v.a. das am Universitätsklinikum Jena (UKJ) kürzlich entwickelte RISE- (Relapse Prevention Intervention after Suicidal Event-) Programm.
Die Beiträge wurden in einer lebhaften Diskussion vertieft. Dabei standen sowohl Fragen aus dem klinischen Alltag als auch Perspektiven für die Weiterentwicklung von Diagnostik und Therapie im Mittelpunkt.
Die Thüringen-Kliniken bedanken sich herzlich bei allen teilnehmenden Kolleginnen und Kollegen für ihr Interesse, ihre Diskussionsbeiträge und den wertvollen fachlichen Austausch. Durch die aktive Beteiligung der Gäste konnte die Veranstaltung einen wichtigen Beitrag zur kontinuierlichen Fortbildung und Vernetzung in der Region leisten.

