Saalfelder Kardiologen präferieren Zugang über das Handgelenk beim Herzkatheter

(04.10.2018)

Saalfeld. Verschlossene Blutgefäße können nach einem Herzinfakt wieder geöffnet und mittels Gefäßstützen „gesichert“ werden. Dies geschieht während einer Herzkatheteruntersuchung. Untersuchung und Behandlung haben einen hohen und oft unmittelbaren Nutzen für den Patienten – die Schmerzen verschwinden, er bekommt wieder besser Luft und ein Herzinfarkt wird abgewendet. Bislang galt der Zugang an der Leiste zum Standard, heute wird der am Handgelenk präferiert, wie auch an den Thüringen-Kliniken.

Herzkathetervergrößern Der Zugangsweg vom Arm und Handgelenk aus gehört mittlerweile zu den Standards bei Herzkatheteruntersuchungen. Foto: Thomas Dietschmann Der Zugangsweg vom Arm aus – von den Ärzten als „radial“ bezeichnet – gehört mittlerweile zum Standard für Herzkatheteruntersuchungen. Während schätzungsweise knapp die Hälfte der bundesdeutschen Kliniken diesen Weg wählen, sind es an den Thüringen-Kliniken zwischen 85 und 90 Prozent. Mit geringeren Komplikationsraten und einer nachgewiesenen niedrigeren Sterberate umreißt Oberärztin Karine Petrosyan von der Klinik für Innere Medizin I die Vorteile: „Der Weg von der Punktionsstelle am Arm über die Hauptschlagader bis zum Herzen ist der selbe wie von der Leiste“, so die Kardiologin. Doch während es in der Leistengegend zu gefährlichen Nachblutungen kommen kann, ist diese Gefahr am Handgelenk deutlich geringer. Außerdem könnten die Patienten nach dem Eingriff schneller mobilisiert werden und müssten nicht viele Stunden flach liegend im Bett ausharren. 
Die geringere Mortalitätsrate, das Sterberisiko, resultiert aus den möglichen Nachblutungen. Wenn diese auftreten, müssen wichtige Blutverdünner abgesetzt werden, was wiederum das Risiko eines neuerlichen Infarktes erhöht. Beim Zugang über den Arm treten weniger Nachblutungen als an der Leiste auf. Dies habe auch eine vor drei Jahren im Deutschen Ärzteblatt beziehungsweise im britischen „Lancet“ veröffentlichte Studie gezeigt, war von Karine Petrosyan zu erfahren.
Da sich der stationäre Aufenthalt der Patienten verringert, ist der radiale Zugang nicht nur sicherer, sondern auch effizienter – wenn auch technisch anspruchsvoller. Oberärztin Petrosyan vergleicht den Weg von der Leiste über eine Hauptschlagader zum Herzen mit einer Autobahn, vom Handgelenk aus eher mit einer schmalen Straße. Der Gefäßdurch­messer sei hier wesentlich geringer als in der Arterie in der Leiste.
Eine Herzkatheter-Intervention ist für die meisten Patienten mit Herzinfarkt die optimale und oft lebensrettende Behandlung, so die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. (DKG). Die Herzkatheteruntersuchung beschreiben wir detailliert in dem Flyer, der auf unserer Webseite abrufbar ist.

Herzkatheter und Oberärztin Petrosyanvergrößern Oberärztin Karine Petrosyan (rechts) beim Vorbereiten einer Herzkatheteruntersuchung. Foto: Thomas Dietschmann

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