Patientin aus Norwegen zur gastrointestinalen Diagnostik in der Klinik für Innere Medizin II

(30.01.2020)

Saalfeld. Zwischen Kristiansand in Norwegen und Saalfeld liegen mehr als 1.000 Kilometer Fluglinie. Trotz dieser Entfernung nahm eine Patientin diese lange Reise in Kauf, um sich in der Klinik für Innere Medizin II zur Diagnostik und Therapie einer Verdauungsstörung vorzustellen.

Innere-4 Saalfeldvergrößern Das Team um Professor Dr. med. Peter Konturek (rechts) der Station Innere IV in Saalfeld. Foto: Stephan Breidt Das Team um Professor Dr. med. Peter Konturek spezialisiert sich seit Jahren auf dem Gebiet der funktionellen und chronischen Darmer-krankungen. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Erlangen (Prof. Dr. Zopf, Hector-Center) ist auch eine oft sehr spezielle Diagnostik möglich, um die Beschwerden der Patienten weiter abzuklären.
Der Verdauungstrakt ist äußerst komplex. Verschiedene Verdauungsstörungen können zu einer erheblichen Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens und der Lebensqualität führen. "In den vergangenen Jahren beobachten wir einen rasanten Anstieg von diversen Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten (Intoleranzen) und -Allergien", so Professor Dr. Konturek. Eine wichtige Ursache hierfür ist die Schädigung der Darmflora (korrekt gesagt: Darmmikrobiota). Darunter versteht man die Gesamtheit der Mikroben im Gastrointestinaltrakt. Das komplexe Ökosystem der Mikroben in unserem Verdauungstrakt wurde lange Zeit unterschätzt. Nun bringen die umfangreichen wissenschaftlichen Forschungen immer mehr ans Licht, welche enorme Bedeutung es für unsere Gesundheit hat.

Verschiedene Faktoren, wie der übermäßige Einsatz von Antibiotika, falsche Ernährung, Stress, zunehmende Urbanisation und der klimatische Wandel sind für die Entstehung der Dysbiose verantwortlich. Die Folgen der Dysbiose sind Erkrankungen im Darm und möglicherweise auch außerhalb des Darmes. Das Verständnis der Interaktion zwischen Darmmikrobiota und dem Immunsystem (ca. 70 bis 80 Prozent der Immunzellen befinden sich im Darm) ist noch sehr begrenzt. Die Behandlung der Dysbiose durch Modulation der Darmbakterien mittels Prebiotika, Probiotika, fäkalen Mikrobiotatransfer oder Postbiotika steht noch am Anfang. Patienten mit funktionellen Darmbeschwerden, ausgelöst durch Dysbiose, bedürfen nicht nur einer diagnostischen Abklärung, sondern auch einer ausführlichen Diätberatung, um die Beschwerden zu lindern. 

Am 6. Februar 2020 berichtet Professor Dr. Konturek über Fortschritte in der Diagnostik und Therapie des Reizdarmsyndroms im Rahmen eines Arzt-Patienten-Seminars in Coburg. Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen. Der Eintritt ist frei. 

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