Konservative Verfahren bei Rückenschmerzen

(21.03.2018)

Saalfeld. „Wenn ein Patient mit einem Bandscheibenvorfall zu uns kommt, dann können wir das Schmerzmedikament genau an die schmerzengenerierende Stelle in der Wirbelsäule applizieren“, erläutert Chefärztin Dr. med. Katja Liepold eine der konservativen Methoden zur Behandlung des Rückenschmerzes. Diese Infiltrationstherapie stellte die Wirbelsäulenexpertin jetzt zur 22. Tagung des Arbeitskreises Mitteldeutscher Orthopäden und Unfallchirurgen in der Leopoldina Halle vor.

Gemeinsam mit den Patienten werde in ihrer Klinik unter Berücksichtigung der Anamnese, des physischen und psychischen Status und im Hinblick auf das Alter und die soziale Situation ein individuelles Behandlungskonzept erstellt, so Chefärztin Dr. Liepold: „Nicht jeder Bandscheibenvorfall muss zwangsläufig in eine Operation münden – zuerst schöpfen wir alle Möglichkeiten der konservativen Behandlung zur Schmerzlinderung aus.“ Allerdings profitieren nicht alle Patienten von einer minimal invasiven Therapie, sondern müssen sich einem operativen Eingriff unterziehen.

Bei der Infiltrationstherapie können Schmerzmittel direkt an die Nervenwurzeln und an die kleinen Wirbelgelenke injiziert werden. Somit reichen bereits geringe Mengen aus, um einen schmerzlindernden Effekt zu erzielen. Die Infiltrationstherapie ist ein wesentlicher Bestandteil der konservativen Behandlungsstrategie bei Rücken- und Beinschmerz (Hexenschuss und Ischias), ist jedoch alleinig nicht sinnvoll sondern eingebettet in ein mehrdimensionales Behandlungskonzept, welches unter anderem medikamentöse Schmerztherapie sowie physio- und ergotherapeutische Behandlungsmaßnahmen beinhaltet. In vielen Fällen hat sich die Infiltrationstherapie als der effektive Behandlungsteil erwiesen. Es ist keine neue Methode, aber eine von vielen neben Operationen, die zum Repertoire einer wirbelsäulentherapeutischen Einrichtung gehören. 

„Wir besprechen mit unseren Patienten auch deren soziales Umfeld, da viele Beschwerden multifaktorieller Genese sind“, so die Chefärztin während ihres Vortrages in Halle. Den Vorsitz dieses Tagungsteiles hatten Professor Dr. med. Christoph-E. Heyde vom Universitätsklinikum Leipzig und Dr. med. Katja Regenspurger vom Universitätsklinikum Halle.

Direkt in das schmerzende Gebiet an der Wirbelsäulevergrößern Mittels Röntgen wird die richtige Position der Spritze permanent überprüft. Foto: Stephan Breidt

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