Gallensteine – eine Folge des Lockdowns?

(29.03.2021)

Saalfeld. „Während des Lockdowns sehen wir immer häufiger Patienten mit Gallengangsteinen in meiner Klinik“, so Prof. Dr. med. Peter Konturek, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin II. So werden in der Klinik aktuell 35 Prozent der Patienten mit dieser Diagnose behandelt.

Die Ursache für die Häufung dieses Steinleidens und die genaue Beziehung zu COVID-19 bleibt unklar. Man geht davon aus, dass sich auf Grund mangelnder Bewegung, oft ungeeigneter, cholesterinreicher Diät und Übergewicht bedingt durch den Lockdown die Steine einfach schneller in der Galle bilden können. Gefährlich wird es, wenn die Steine den Gallengang verstopfen. Dies kann zu einer Entzündung der Gallenwege (Cholangitis) oder zu einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung führen. Die Nichtbehandlung kann schweren Schäden zur Folge haben, wie zum Beispiel eine Blutvergiftung. 

Die Gallengangsteine machen sich in erster Linie durch Oberbauchschmerzen (Gallenkolik), Völlegefühl, Übelkeit mit Erbrechen und Gelbsucht bemerkbar. 

Die im Gallengang festsitzenden Steine können meistens mit Hilfe eines Ballons oder mit speziellen Körbchen endoskopisch entfernt werden.

Das endoskopische Team um Prof. Konturek spezialisiert sich auf diesem Gebiet seit Jahren und verfügt über eine entsprechende Expertise. 

Professor Dr. med. Peter Konturekvergrößern Professor Dr. med. Peter Konturek in der Gastroenterologie der Thüringen-Kliniken. Gallensteine Das obere Bild zeigt einen eingeklemmten Stein im distalen Anteil des Gallenganges, das untere die erfolgreiche Bergung des Steines mit dem Ballon.
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