Fettleber: Keine Bagatell-Erkrankung

(26.09.2017)

Saalfeld.  Mit dem Thema "Fettleber" aus endokrinologischer, hepatologischer und onkologischer Sicht beschäftigten sich die drei Vorträge des “94. Saalfelder Gesprächs“.

Professor Dr. Konturek, PD Dr. Zopf, Professor Dr. Harschvergrößern Die Referenten des 94. Saalfelder Gespräches (von rechts): Professor Dr. Konturek, PD Dr. Zopf, Professor Dr. Harsch. Prof. Dr. med. Igor Alexander Harsch, Leitender Oberarzt der Klinik für Innere Medizin II, wies in seinem Vortrag darauf hin, dass die Fettleber eine Manifestation des metabolischen Syndroms darstellt. Insbesondere Patienten mit Übergewicht und Diabetes mellitus haben ein deutlich erhöhtes Risiko, diese Erkrankung zu entwickeln. Das Spektrum der Fettleber, die häufigste chronische Lebererkrankung weltweit, beinhaltet die nichtalkoholische Fettleber-Erkrankung (NAFLD), die Fettleberhepatitis (NASH) und die Leberzirrhose. Die diagnostischen Möglichkeiten, diese Erkrankung, vor allem im Frühstadium zu entdecken, sind nach wie vor sehr limitiert: „Nicht invasive Bluttests sind nicht zuverlässig“, so Professor Harsch. Den Gold-Standard in der Diagnostik stellt die Leberbiopsie dar.

Chefarzt Prof. Dr. med. Peter Konturek stellte die Therapiemöglichkeiten der Fettleberhepatitis vor. Nach den aktuellen Leitlinien der EASL (European Association for the Study of the Liver) stellen eine Gewichtsreduktion und körperliche Aktivität eine sehr wirksame Therapie dar. Allerdings stößt die Umsetzung in der Praxis auf viele Probleme. Eine vor kurzem publizierte große Studie an 293 Studienteilnehmern auf Kuba mit gesicherter NASH konnte zeigen, dass eine Reduktion der Kalorienzufuhr auf 750 kcal/Tag und eine körperliche Aktivität von 200 Minuten pro Woche zu einer signifikanten Rückbildung der Fettleberhepatitis geführt hat. Weitere Therapiemöglichkeiten sind Vitamin E und Pioglitazon. In den vergangenen Jahren wurden neue Therapieansätze in den Studien untersucht, wie der Einsatz von Liraglutid (LEAN-Studie), Obeticholsäure (FLINT-Studie) und Elafibranor (GOLDEN-Studie).

Im letzten Vortrag konzentrierte sich Privatdozent Dr. med. Steffen Zopf aus dem Uniklinikum Erlangen, Medizinische Klinik 1, in seinem Vortrag auf die gefährlichste Komplikation der Fettleberhepatitis, das hepatozelluläre Karzinom (HCC). Er lieferte eine exzellente Übersicht über die aktuellen Therapiemöglichkeiten dieser Erkrankung (SIRT, Nexavar, Regorafenib und immunologische Therapie). Insbesondere die neuesten Daten zum Einsatz von immunologischer Therapie mit Nivolumab sind vielversprechend. Diese Therapie führt zu einem besseren Ansprechen und ist mit wenigen Nebenwirkungen vergesellschaftet.

Alle Referenten wiesen in den Vorträgen darauf hin, dass Risikopatienten mit NASH regelmäßige Kontrolluntersuchungen, am besten bei Gastroenterologen, erhalten sollten. Insgesamt war dies eine gelungene Veranstaltung, die auf reges Interesse bei den Teilnehmern stieß.

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