Die Endoskopie in Zeiten der Covid-19-Pandemie

(14.06.2020)

Saalfeld. „Go Corona“ – mit diesem Slogan versuchen Leute in Indien, die Corona-Virus-Erkrankung zu vertreiben. Solange kein Impfstoff zur Verfügung steht, müssen wir mit dieser Erkrankung weiter leben. Die SARS-CoV-2-Infektion hat einen enormen Einfluss auf die Versorgung der Patienten, Ausbildung der Ärzte und Abläufe in der endoskopischen Abteilung der Thüringen-Kliniken am Standort Saalfeld..

Endoskopie-Mai2020-2307vergrößern Professor Dr. med. Peter Konturek (zweiter von links) mit Schwester Katina Millow und den Oberärzten Dr. med. Steffen Heymann und Dr. med. Thomas Heß (von rechts). Foto: Stephan Breidt Das höchste Gebot ist die Einhaltung der Hygiene-Richtlinien, daneben eine maximale Minimierung der Risiken für den Patienten und für die untersuchenden Ärzte und Pfleger. Deshalb wird, neben den bekannten Vorsichtsmaßnahmen, wie Einhaltung der Abstände und Maskenpflicht, jeder Patient vor der Untersuchung bezüglich der Corona-Virus-Risiken befragt und entsprechend triagiert. Bei begründeten Verdachtsfällen werden entsprechende  Abstriche aus dem Nasen-, Mund- und Rachenbereich an ein Diagnostiklabor geschickt. Dabei werden die Patienten in drei Gruppen eingeteilt: niedriges, mittleres und hohes Risiko. Bei Hochrisikopatienten müssen die Untersucher eine spezielle Ausrüstung und Masken tragen. Selbst bei niedrigem oder mittlerem Risiko besteht sowohl für den Patienten, als auch für die Untersucher Maskenpflicht. Diese Maßnahmen haben sich weltweit als sehr wirksam erwiesen. Die statistischen Analysen, die in den endoskopischen Zentren, vor allem in den Corona-Epizentren in Lombardi und Wuhan durchgeführt worden, zeigen, dass das Risiko für den Untersucher und vor allem für den Patienten sehr niedrig (d. h. kleiner als vier Prozent) ist. 

Aktuell ist die Rate der Neuinfektionen in Thüringen sehr gering. Deshalb sollten die geplanten endoskopischen Untersuchungen nicht mehr verschoben werden. Eine um sechs Monate oder länger verschobene Vorsorgekoloskopie kann für den betreffenden Patienten fatale Folgen haben. Die gleiche Empfehlung gilt auch für die Patienten, die so genannten "Alarm-Symptome“ haben, wie Blut im Stuhl, Stuhlunregelmäßigkeiten oder eine ungewollte Gewichtsabnahme.

Gastrointestinale Blutungen sollen ebenfalls nicht bagatellisiert werden. Eine zeitnahe Einweisung verbessert immens die Prognose des Patienten. 

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