Das Mikrobiom im wissenschaftlichen und klinischen Fokus

(07.05.2018)

Saalfeld/Antalya. Das Thema “Darmmikrobiota“ (früher “Darmflora“) beschäftigt zunehmend nicht nur Wissenschaftler, sondern auch Kliniker weltweit. Professor Dr. Konturek diskutierte jetzt mit Kollegen auf einer internationalen Konferenz im türkischen Antalya das Thema.

Dank des besseren Verständnisses der Funktion der Darmmikrobiota konnten neue pathophysiologische Verbindungen zwischen Darm und Erkrankungen innerhalb und außerhalb des Gastrointestinaltraktes gefunden werden. So haben unter anderem viele Studien gezeigt, dass die Art unserer Ernährung einen enormen Einfluss auf unsere Gesundheit ausübt. Die Darmmikrobiota beeinflusst unter anderem die Funktion des Immunsystems im Darm und die Durchlässigkeit der Darmbarriere. Eine ungünstige Komposition des Darmmikrobioms führt zu einer erhöhten Durchlässigkeit der Darmbarriere und zu einem verstärkten Übertritt von Bakterien bzw. bakteriellen Produkten ins Blut. Die Folgen könnten eine Erkrankung der Leber oder sogar des zentralen Nervensystems sein (Depression).

Der Darm und sein Mikrobiom standen diesmal im Fokus der dreitägigen internationalen Konferenz in der Türkei (Antalya). Die Wissenschaftler und Kliniker aus mehr als 20 verschiedenen Ländern  aus Europa, Asien und den USA haben neu entdeckte pathophysiologische Zusammenhänge zwischen dem Darmmikrobiom und Erkrankungen vorgestellt. Das wichtigste Ziel dieser Konferenz war die sogenannte Translation, d. h. eine sinnvolle Übertragung der wissenschaftlichen Ergebnisse in die klinische Praxis.

Professor Dr. med. Peter Konturek, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin II, stellte während der Konferenz neue Erkenntnisse zur Rolle der Darmmikrobiota bei der Entstehung des Reizdarms vor. Diese häufigste gastrointestinale Erkrankung zeigt eine zunehmende Prävalenz und ist oft mit signifikant eingeschränkter Lebensqualität vergesellschaftet. Lange Zeit galt diese Erkrankung als harmlos. Im vergangenen Jahr konnten die ersten Daten vorgestellt werden, dass Reizdarm-Patienten ein erhöhtes Risiko für Demenz und Lebererkrankung (Fettlebererkrankung) haben. Ob die Darmbakterien daran beteiligt sind, muss durch weitere Studien gezeigt werden.

Die Teilnehmer der Konferenz waren sich einig, dass solche Treffen für den Austausch der Informationen zwischen Wissenschaftlern und Klinikern von großer Bedeutung sind. Professor Dr. Konturek wurde deshalb in das sogenannte wissenschaftliche Komitee (Scientific Comitee) eingeladen und soll die Organisation und das Programm der nächsten Konferenz in Istanbul mitgestalten.

Professor Dr. Konturek Professor Dr. med. Peter Konturek (Mitte) mit Organisatoren der Konferenz in Antalya (von rechts): Prof. Özkuyumcu, Prof. Saracoglu, Dr. Yilmaz und PD Dr. Kav.

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