Interdisziplinärer Austausch zwischen Gastroenterologen und Chirurgen

  • Pressemitteilung

Vom 5. bis zum 6. Juni 2026 trafen sich in Weimar die Mitteldeutsche Gesellschaft für Gastroenterologie (MGG), die Mitteldeutsche Chirurgen-Vereinigung (MDCV) und die Thüringische Gesellschaft für Chirurgie (TGC) zu ihrer Jahrestagung Diese einmal jährlich organisierte Konferenz steht unter dem Motto eines interdisziplinären Austausches zwischen Gastroenterologen und Chirurgen, so der Tagungspräsident Prof. Dr.med. Peter Konturek, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin II der Thüringen-Kliniken Saalfeld, der die Tagung gemeinsam mit dem Präsidenten der MDCV, Prof. Dr. med. Peter Würl, Städtisches Klinikum Dessau, und der Präsidentin der TGC, Dr. med. Sabine Presser, Chefärztin der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie des SRH Zentralklinikums Suhl organisiert hatte.

Nach der Eröffnung der Veranstaltung durch den Oberbürgermeister von Weimar Peter Kleine und den Tagungspräsidenten gab es zahlreiche Vorträge aus dem Bereich der Gastroenterologie, Hepatologie, Onkologie sowie Viszeralchirurgie und Thorax- und Gefäßchirurgie.

Ein wichtiger Schwerpunkt der Konferenz lag im Bereich der Adipositas und deren Komplikationen, wie metabolische Dysfunktion-assoziierte steatotische Lebererkrankung (MASLD).  Prof. Dr. med. Igor Harsch, leitender Oberarzt der Klinik für Innere Medizin II der Thüringen-Kliniken Saalfeld, stellte in seinem Vortrag neue Entwicklungen in der Therapie von Adipositas vor.

Prof. Dr. med. Christine Stroh aus dem SRH Waldklinikum Gera und Prof. Dr. med. Arne Friedrich aus dem Universitätsklinikum Leipzig erklärten die Vorteile einer chirurgischen Therapie der Adipositas (Bariatrische Chirurgie).

Zum ersten Mal wurde im Rahmen dieser Tagung ein “Junges Forum“ organisiert, was jungen Ärztinnen und Ärzten ermöglichte, interessante Fälle aus dem Bereich der Chirurgie und Gastroenterologie vorzustellen. Die Organisatoren der Tagung wollten damit junge Ärztinnen und Ärzte erreichen.

Großes Interesse fand auch eine interdisziplinäre Sitzung zum Komplikationsmanagement in der Gastroenterologie und Chirurgie als interdisziplinäre Aufgabe. PD Dr. med. Thaddäus Till Wissniowski, Chefarzt im Städtischen Klinikum Chemnitz, stellte eine Reihe von interessanten Fällen aus der Praxis vor, die die enge Kooperation zwischen Gastroenterologen und Chirurgen bei der Beseitigung von oft sehr komplexen Komplikationen widerspiegeln.

Im Bereich der Gastrologie gab es in den letzten Jahren viele wichtige Innovationen, vor allem im Bereich der interventionellen Endoskopie (Einsatz von künstlicher Intelligenz, neue endoskopische Resektionstechniken oder Cholangioskopie). Zu diesen Themen gab es sehr spannende Vorträge, unter anderem von Chefarzt PD Dr. med. Michael Hocke aus dem Klinikum Meiningen, Dr. med. Michael Repp aus dem Klinikum Altenburg, Dr. med Stefan Brückner aus dem Universitätsklinikum Dresden oder Prof. Dr. med. Albrecht Hoffmeister aus der Universitätsklinikum Leipzig.

Sehr spannend waren auch Vorträge zur Therapie von fortgeschrittenen Karzinomen der Leber, der Gallenwege oder des Magens. Prof. Dr. med. Klaus Fenchel, niedergelassener Internist/Onkologe aus Saalfeld, mit dem die Klinik für Innere Medizin II der Thüringen-Kliniken Saalfeld seit Jahren sehr intensiv kooperiert, stellte außerdem einige interessante Highlights von der ASCO-Konferenz 2026 (American Society of Clinical Oncology) vor, die Anfang Juni in Chicago stattfand.

Ein wichtiger Schwerpunkt der Tagung lag auch im Bereich der Therapie von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Zu diesem Thema gab es interessante Vorträge. Die Sitzung wurde von Prof. Dr. Andreas Stallmach, Direktor der Klinik für Innere Medizin IV des Universitätsklinikums Jena und Dr. Katrin Ende, niedergelassene Gastroenterologin aus Erfurt, moderiert. Der Einsatz von sogenannten fortgeschrittenen Therapien (Biologika, small molecules) führt bei vielen Patienten mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung zu einer lang anhaltenden Remission. Aktuell wird verstärkt nach Prädiktionsmarkerns gesucht, um diese Therapie zu individualisieren und somit noch bessere Ergebnisse zu erzielen (personalisierte Medizin).

In der gastroenterologischen Praxis spielen auch funktionelle Darmerkrankungen eine wichtige Rolle, die vor kurzem als “Störungen der Interaktion zwischen Darm und Gehirn“ umbenannt wurden. Bei der Entstehung dieser Erkrankungen spielt das intestinale Mikrobiom eine wichtige Rolle. Die Modulation der intestinalen Mikrobiota als Therapieoption stellte Prof. Dr. med. Peter Konturek in seinem Vortrag vor. Sophia Patejdl aus dem Nepomuk-Krankenhaus Erfurt konzentrierte sich in ihrem Vortag auf die pharmakologische und ernährungstherapeutische Behandlung. Schließlich stellte Prof. Dr. med. Niels Teich, niedergelassener Gastroenterologe aus Leipzig die extrem wichtige Problematik des Reizdarms bei Patienten mit chronisch-entzündlicher Darmerkrankung vor.

In zahlreichen chirurgischen Sessions wurde über neue Entwicklungen im Bereich der Robotik-Chirurgie, Gefäßchirurgie und Thoraxchirurgie berichtet. Eine wichtige Session galt auch der Weiterbildung im Bereich der Chirurgie.

Ein Höhepunkt der Konferenz war der Festvortrag von Prof. Dr. Johannes Krause, Direktor des Max-Planck-Instituts Leipzig, zu genetischen Hintergründen der Menschenwanderung.

Insgesamt gab es für die Tagung von allen Seiten sehr positive Resonanz. "Ich bin sehr glücklich, dass es uns gelungen ist, im Rahmen einer exzellenten Teamarbeit mit Prof. Würl und Frau Dr. Presser eine erfolgreiche Konferenz zu organisieren, die viel Raum für einen interdisziplinären Austausch bot", blickte Prof. Dr. med. Konturek zurück.

Die nächste Tagung der MGG und MDVC findet im Jahr 2027 in Magdeburg statt.