Eine besondere Kollegin in der Gerontologie

  • Pressemitteilung

Sie blinzelt, gibt leise Laute von sich, bewegt sanft den Kopf – und reagiert auf Ansprache. Seit einigen Tagen sorgt eine ungewöhnliche „Kollegin“ in unserer Gerontologie der Thüringen-Kliniken für Aufmerksamkeit: eine plüschige Sattelrobbe, die derzeit leihweise im Einsatz ist.

Die Therapierobbe wurde speziell für den Einsatz bei Menschen mit Demenz entwickelt. Sie ist mit zahlreichen Sensoren ausgestattet und reagiert auf Berührung, Ansprache, Licht und Geräusche. Wird sie gestreichelt, bewegt sie sich. Spricht man mit ihr, antwortet sie mit Lauten und kleinen Bewegungen. Sie „lernt“, auf wiederkehrende Stimmen zu reagieren – und schafft so eine individuelle Interaktion. Gerade bei Patientinnen und Patienten mit Demenz können solche Reize viel bewirken. So können Erinnerungen und Emotionen aktiviert sowie Ängste gelindert werden.

Auch bei Depressionen, in der Onkologie oder in der Arbeit mit Kindern kann die Robbe therapeutisch eingesetzt werden.

Manche Patientinnen und Patienten reagieren sofort mit einem Lächeln, beginnen zu sprechen oder streicheln die Robbe ganz selbstverständlich. Andere beobachten zunächst zurückhaltend. Auch im Team gibt es verschiedene Perspektiven: Neugier und fachliches Interesse.

Der Therapieroboter Paro – so heißt er offiziell –  ist einer jungen Sattelrobbe nachempfunden. Sattelrobben leben in der Arktis, wo sie ihren Nachwuchs in großen Gruppen erziehen. Sie sind sehr soziale Tiere. Paro kommuniziert sogar mit der Stimme eines echten Robbenbabys, in der er sich für die fürsorgliche Behandlung bedankt oder auf sich aufmerksam macht. Entwickelt wurde die Therapierobbe in den 1990er Jahren von japanischen Forschern. Seitdem ist sie weltweit in vielen Kliniken und Pflegeeinrichtungen im Einsatz.

Ob die Robbe dauerhaft in den Thüringen-Kliniken „anheuert“, wird sich zeigen. Fest steht schon jetzt, nach wenigen Tagen im Praxiseinsatz auf den Gerontologie-Stationen des Zentrums für Seelische Gesundheit: Sie bringt Gesprächsstoff – und manchmal auch ein Stück Nähe in den Klinikalltag.