Abschied nach fast 50 Jahren
- Pressemitteilung
Als sie im Krankenhaus in Saalfeld begann, wurde noch mit dem Stift in dicken Kurvenmappen dokumentiert. Computer spielten im Stationsalltag keine Rolle, viele Abläufe lebten von Handarbeit, Erfahrung und mitunter auch Improvisation. Bereichspflegedienstleiterin Nicola Wolfram blickt auf fast fünf Jahrzehnte in der Pflege zurück.
Die Initialzündung gab ein Ferienjob im Krankenhaus. Am 1. September 1978 startete Nicola ihre Ausbildung zur Krankenschwester in Saalfeld. „Ich habe es seitdem keinen Tag bereut, in die Pflege gegangen zu sein“, sagt sie rückblickend. Vor allem die Arbeit mit den Patienten hat sie über die Jahre immer bereichert: „Heute fehlt dafür einfach sehr oft die Zeit, das ist sehr bedauerlich.“ Den Wandel ihres Berufes hat sie über knapp fünf Jahrzehnte sehr bewusst miterlebt.
Nach dem Examen führte ihr Weg zunächst für zehn Jahre auf die Intensivstation. Dort absolvierte sie die Fachweiterbildung, kurz vor der politischen Wende folgte ein Stationsleitungskurs. Es schlossen sich Jahre mit wachsender Verantwortung an: als Stationsleiterin der Chirurgie IV sowie der damals neu aufgebauten Intermediate Care Station (IMC), die mit zunächst drei Zimmern startete.
2014 wechselte Nicola Wolfram in die Pflegedienstleitung. Zuletzt verantwortete sie den operativen Bereich am Standort Saalfeld – von der Chirurgie über Gefäßchirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie bis hin zu Gynäkologie, Urologie, Wirbelsäulentherapie sowie den OP-Bereich, die Zentrale Notaufnahme und die AEMP.
Fällt ihr der Abschied schwer? Ja, sagt sie offen. Für die Zeit nach dem Berufsleben gibt es viele Pläne: Englisch lernen, mehr Zeit mit den Enkeln verbringen, reisen und den eigenen Garten genießen. Nach Langeweile klingt das nicht, wenn sie am 1. September 2026 offiziell in die Ruhestand eintritt. Auf den Tag genau 48 Jahre nach ihrem Start im Saalfelder Krankenhaus.
Was bleibt, ist mehr als eine beeindruckende Zahl an Dienstjahren: Es sind Erinnerungen, Erfahrungen und Spuren, die Schwester Nicola Wolfram in unzähligen Begegnungen hinterlassen hat, bei Patienten ebenso wie bei Kolleginnen und Kollegen.
