Minimal-invasive Eingriffe an der Wirbelsäule

Schmerzarm, gewebeschonend und minimal-invasiv – mit einer neuen Technik behandeln die Wirbelsäulenspezialisten der Thüringen-Kliniken nun Patienten mit einer Fraktur der Wirbelkörper oder mit einem Tumorleiden.

Unabhängig von der Jahreszeit erleiden die Patienten Frakturen – Brüche – der Wirbelkörper, weiß Chefärztin Dr. med. Katja Liepold, zu berichten. Die Wirbelsäulenchirurgin der Thüringen-Kliniken erzählt von Patienten, die nach einem winterlichen Sportunfall zu ihr kommen oder nach einem Sturz von der Leiter während des Frühjahrsputzes oder nach einem Arbeitsunfall im Hochsommer. Auch  bei einer Krebserkrankung können die Wirbelkörper so geschädigt sein, dass eine Behandlung notwendig ist. Gemeinsam mit ihrem Team entscheidet die Chefärztin dann über einen der beiden grundsätzlichen Therapiewege, die so genannte konservative Behandlung oder den operativen Eingriff. Dabei können stabilisierende Wirbelsäulenoperationen sowohl von hinten zum Beispiel durch Schrauben und Stäbe (so genannte „Fixateur interne“), von vorne durch Platten und Titanimplantate oder auch durch Einspritzen von „Knochenzement“ vorgenommen werden. Häufig sind Kombinationen dieser Verfahren notwendig je nach Frakturtyp und Patientenalter und auch davon abhängig, ob beispielsweise eine Osteoporose vorliegt. Stellt sich in den Untersuchungen heraus, dass eine ausgedehnte Wirbelkörperzerstörung vorliegt, ist eine Operation zum Ersatz dieser Wirbelkörper unumgänglich. 

Kleiner Hautschnitt auf dem Rücken eines Patientenvergrößern Ein sechs Zentimeter langer Hautschnitt ist nach der erfolgreichen Operation zu sehen, bislang waren bis zu dreimal so lange Schnitte notwendig. Foto: Thomas Dietschmann Den Wirbelkörperersatz nehmen die Saalfelder Spezialisten nun minimal-invasiv vor, mit der „Schlüssellochtechnik“. Nach einem etwa fünf (bis sechs) Zentimeter langen Hautschnitt gelangen die Operateure an die Wirbelsäule und können dort den „defekten“ Wirbelkörper gegen ein Implantat austauschen. Vorher waren die Hautschnitte dreimal so lang. Damit ist das neue  Verfahren nicht nur gewebeschonend, die Patienten hätten auch weniger Schmerzen und seien schneller zu mobilisieren, so Chefärztin Dr. Liepold.  Hinsichtlich der Stabilität des Wirbelkörperersatzes gebe es keine Unterschiede zur herkömmlichen großen Operation.
Während Operation wird das Neuromonitoring eingesetzt. Dies überwacht die Nerven des Patienten während der Operation, um Verletzungen an den Nerven zu vermeiden und die Nervenstrukturen zu schonen.

Die menschliche Wirbelsäule besteht aus 24 Wirbeln, wobei sich jeder Wirbel aus dem Wirbelkörper, dem Wirbelbogen, zwei Querfortsätzen, dem Dornfortsatz und vier Gelenkfortsätzen zusammensetzt. Von einer Wirbelkörperfraktur können Patienten jeden Alters betroffen sein, wobei die in den Thüringen-Kliniken behandelten Frauen und Männer derzeit ein Durchschnittsalter von 40 Jahren und mehr aufweisen.​

Nuvasivevergrößern Patient in Rechtsseitenlage mit speziellem Wundspreizer (Weichteilretraktorsystem für minimal-invasive Zugänge). Foto: Fa. Nuvasive Xcorevergrößern Expandierbarer Wirbelkörper-Ersatz (Cage) des 5. LWK. Foto: Fa. Nuvasive


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