HIPEC

Nach eingehender Schulung und Weiterbildung wurde im Oktober 2018 an den Thüringen-Kliniken das HIPEC-Verfahren eingeführt. Alle organisatorischen und technischen Voraussetzungen sind gegeben, um diese anspruchsvolle Therapie für Patienten mit Peritonealkarzinose an unserer Klinik anbieten zu können. 

Die hypertherme intraperitoneale Chemotherapie, kurz HIPEC, ist eine verhältnismäßig junge Operationsmethode, die bei Patienten mit Peritonealkarzinose angewendet wird. Hierbei werden zuerst die Metastasen im Bereich des Peritoneums (Bauchfell) beziehungsweise das Peritoneum selbst entfernt. Mitunter müssen auch andere Organteile, die vom Peritoneum überzogen sind, entfernt werden. Häufig kommt es zu Resektionen des Kolons (63 Prozent), der Gallenblase (46,6 Prozent), des Dünndarms (29 Prozent) oder des Magens (17,8 Prozent) (Piso et al. 2015). Weitere Resektionen sind, abhängig vom Primärtumor, ebenfalls möglich.

Gegen Ende der Operation wird die Bauchhöhle mit einer hyperthermen Zytostatikalösung, die auf 41 bis 42 Grad erhitzt ist, gespült. Die Hyperthermie der Spüllösung bewirkt eine erhöhte Penetration der Zytostatikalösung in das Gewebe, steigert die Zelltoxizität der Zytostatika und wirkt aufgrund der Wärme ebenfalls zytotoxisch. Die intraoperative Chemotherapie ermöglicht die Zerstörung von freien Tumorzellen, die aufgrund der geringen Größe nicht chirurgisch entfernt werden können, und eine gleichmäßige Verteilung der Zytostatika im gesamten Peritoneum.

Die Indikation für eine HIPEC-Operation werden ärztlicherseits bei dem peritonealen Mesotheliom, bei peritoneal metastasierenden Magen- und Ovarialkazinomen sowie bei sekundären peritonealen Absiedelungen bei kolorektalen Karzinomen oder dem Pseudomyxoma peritonei gestellt (Piso et al. 2015). Abhängig von der jeweiligen Lokalisation des Tumors oder der Metastasen werden unterschiedliche Chemotherapeutika-Kombinationen und unterschiedliche Perfusionzeiten zwischen 30 und 60 Minuten genutzt. Kombinationen von Cisplatin und Doxorubicin werden beispielsweise bei der Therapie des Mesothelioms oder auch bei Magen- und Ovarialkarzinomen eingesetzt. Weitere unterschiedliche Kombinationen mit Oxaliplatin, 5-Fluoruracil und Leukovorin bei Kolon- und Rektumkarzinomen sind je nach Klinik möglich.

Die Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie Saalfeld komplettiert damit ihr Portfolio zur umfassenden Therapie von Patienten mit Krebserkrankungen und kann damit  für Patienten mit Bauchfellkrebs neben dem seit 2017 bestehenden PIPAC-Verfahren mit dem HIPEC-Verfahren das komplette Programm moderner chirurgischer Therapien anbieten.

Das Team besteht aus Chefarzt Dr. Helfritzsch, Oberärztin Baumann-Keilhau Assistenzarzt Potratz.

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