Fieber im Kindesalter – Muss ich gleich zum Arzt?

Kinder haben häufiger Fieber als Erwachsene. Dies ist Folge eines noch nicht vollständig ausgereiften Abwehrsystems. Fieber ist keine Krankheit, sondern nur ein Symptom. Dringen Krankheitserreger in den kindlichen Organismus ein, so versucht der Körper, durch Temperaturerhöhung ein für die Keime schädliches Klima zu schaffen und sie damit abzutöten. Fieber ist somit in den allermeisten Fällen ein Hinweis auf ein gut funktionierendes Abwehrsystem des Körpers. 

Als Fieber im Kindesalter werden Körpertemperaturen von mehr als 38,5 Grad Celsius bezeichnet.

Gerade im Kindesalter sind noch nicht alle regulativen Mechanismen des Körpers bei Fieber vorhanden, so dass auch bei eher banalen Infekten häufiger hohe Körpertemperaturen gemessen werden oder starke tageszeitliche Schwankungen auftreten können.

Ab wann Fieber als gefährlich eingestuft werden sollte, ist nicht eindeutig definiert. Kriterien, ab wann Eltern mit ihrem fiebernden Kind den Arzt konsultieren sollten, gibt es nicht.

Wir empfehlen den Arztkontakt, wenn

  • Fieber bei Säuglingen, insbesondere vor dem dritten Lebensmonat, auftritt,
  • Fieber ohne erkennbare Ursache länger als drei Tage andauert,
  • Fieber zu einer anhaltenden Trinkverweigerung beim Kind führt,
  • hohes Fieber (bei Kindern: ab 40 Grad Celsius) länger als zwei Tage andauert,
  • Fieber zu anhaltender Müdigkeit und Schwäche beim Kind führt,
  • hohes Fieber sich schlecht durch fiebersenkende Medikamente beeinflussen lässt,
  • Eltern sehr wenig Erfahrung haben oder stark beunruhigt sind.

Teddybär mit einem Fieberthermometervergrößern Mit einem Fieberthermometer wird die Körpertemperatur gemessen. Foto: Juliane Ilg Vor einer Entscheidung zum Arztkontakt kann zunächst jedoch meist der Versuch einer medikamentösen Fiebersenkung unternommen werden. Dies sollte ab Körpertemperaturen 39 Grad Celsius erfolgen. Hier ist jedoch zu beachten, dass es eine zeitliche Verzögerung der zu erwartenden Fiebersenkung von bis zu einer Stunde geben kann und die Kinder auf die Gabe verschiedener Medikamente (zum Beispiel Ibuprofen oder Paracetamol) auch unterschiedlich gut reagieren können. Versuchen Sie in jedem Fall, Ihrem Kind ausreichend Flüssigkeit anzubieten. Eine zunächst abwartende oder beobachtende Haltung bei Fieber, gerade wenn dieses in Verbindung mit einem allgemeinen Infektgeschehen einhergeht, ist gerechtfertigt. Eine  dauerhafte Normalisierung der Körpertemperatur ist erst nach Gesundung des Patienten zu erwarten.

Allgemein gilt, je jünger das Kind (jünger als drei Monate) oder je schlechter der Allgemeinzustand (Müdigkeit, Schwäche ect.), desto eher sollte ein Arztbesuch erwogen werden. 

Der erste Ansprechpartner ist Ihr behandelnder Kinder- und Jugendmediziner. Nach der regulären Sprechstunde sowie an den Wochenenden und Feiertagen steht Ihnen der KV-Kindernotdienst zur Verfügung.

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